Systembeschrieb

Brunnenstube, stehende Ausführung
Brunnenstube, stehende Ausführung

Die Brunnenstube ist jenes Bauwerk, in dem Quellwasser zum ersten Mal nach Austritt aus dem Untergrund gesammelt und idealerweise direkt kontrolliert wird.

Der Trockeneinstieg gewährleistet, dass beim Einstieg kein direkter Kontakt mit der Wasseroberfläche besteht.

Eine übersichtliche Beschriftung der Quellzuläufe erleichtert die Zuordnung bei der Wasseranalyse.

Die "Richtlinien für Projektierung, Ausführung und Betrieb von Quellfassungen" des SVGW, W 10, Ausgabe 1989 fassen die wichtigsten Anforderungen an Brunnenstuben zusammen.


Folgenden Kriterien sind zu beachten

Bauphase
Die Bauzeit einer Brunnenstube muss möglichst kurz sein. Unsere Erfahrung zeigt, dass für die Arbeitsgattungen Aushub, Abbruch der bestehenden Kammer, Versetzen und Kurzschliessen der neuen Brunnenstube sowie Wiedereindecken und Instandstellen des Geländes 2 - 4 Tage genügen.

Unterhalt
Brunnenstuben müssen in regelmässigen Intervallen für Kontrollen und Messungen sowie für die Reinigung begangen werden. Kosteneinsparungen weniger Prozente beim Bau können die Arbeiten des Betriebspersonals über Jahrzehnte erschweren.
Investitionen in eine gute Zugänglichkeit und einen ansprechenden Arbeitskomfort im Innern wirken sich langfristig positiv aus.

Sicherheit
Dem Aspekt der Sicherheit muss in Zukunft vermehrt Beachtung geschenkt werden. Bei Brunnenstuben ist der Einstieg der einzig sichtbare Teil. Bei der Ausbildung des Einstiegdetails sind deshalb alle nur möglichen Anstrengungen zu unternehmen, um Unberechtigten den Zugang zu verunmöglichen.

Funktion
Jede Brunnenstube muss in einen Trockenteil und einen oder mehrere Nassteile unterteilt sein. Die Anordnung des Einstieges erfolgt immer über dem Trockenteil, der als Arbeitsfläche für die Wartung und den Unterhalt dient. Die Wasserkammern müssen so konzipiert sein, dass jede Quelle einer separaten Einlaufkammer zugeführt wird; nur so ist die nötige individuelle Behandlung möglich.

Wirtschaftlichkeit
Brunnenstuben stellen im System einer Wasserversorgung investitionsmässig nur relativ kleine Einheiten dar. Trotzdem sollte der Aspekt der Wirtschaftlichkeit nicht vernachlässigt und aus den Kostenperspektiven Investitionen, Unterhalt und Kapitalkosten beurteilt werden. Nur eine ganzheitliche Betrachtung kann fallweise die optimale und damit wirtschaftlichste Lösung bringen. Dieser Aufwand darf nicht gescheut werden.

 

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